3. Semester

Das dritte Semester fühlt sich anders an als das Zweite. Anstatt geballter Anatomie beschäftigt man sich nun mehr mit den Vorgängen im Körper, hauptsächlich besteht das Semester nämlich aus Biochemie, Physiologie und Neuroanatomie. Zusätzlich findet ein Seminar der Psychologie und Soziologie statt, in dem man typische Situationen zwischen Ärzten und Patienten schauspielerisch nachstellt.

Die Lehre der Biochemie besteht aus drei verschiedenen Teilen:

Der Hauptvorlesung mit vier Wochenstunden, dem biochemischen Praktikum und dem klinischen Seminar. Beide letztere finden abwechselnd nur alle 14 Tage statt. Da das Fach als Ringvorlesung gelehrt wird, teilen sich drittes und viertes Semester in der Regel den Hörsaal, zur Zeit begegnet man sich lediglich auf Zoom. Die Praktika und Seminare sind ebenfalls identisch, finden aber für die Semester zeitlich versetzt statt. Pandemiebedingt wurden die im Praktikum vermittelten Inhalte gekürzt, sodass die Veranstaltung in Präsenz stattfinden kann. Für das klinische Seminar müssen alle zwei Wochen auf StudOn Fragen beantwortet werden, welche als Anwesenheitskontrolle genutzt werden.

Die Klausur umfasst alle drei Teilbereiche und man sollte sich auch dementsprechend vorbereiten. Ausschlaggebend für das Erreichen eines guten Ergebnisses ist dabei das sichere Beherrschen von Details des Vorlesungsskriptes sowie des Praktikumsskripts (Quickies). Dazu begleitend sind als Lehrbücher der kleine Löffler und die Duale Reihe Biochemie und das genaue Lernen der Folien zu empfehlen.

Von den insgesamt vier über das dritte und vierte Semester geschriebenen Klausuren wird die mit dem schlechtesten Ergebnis gestrichen, zum Bestehen des Faches muss man in der Summe von drei Klausuren über 150% erreichen („Bestehensgrenze“ pro Klausur ist also effektiv 50%). Da keine Wiederholungsklausuren angeboten werden und die Bewertungskriterien teils willkürlich erscheinen, sollte man sich bereits für die erste Klausur umfassend vorbereiten. Mit einem guten Ergebnis in der ersten Klausur hat man bereits ein Puffer für die späteren Klausuren, ansonsten kommt man in der letzten Biochemieklausur vor dem Physikum leicht unter Leistungsdruck. In dieser letzten Klausur (im 4. Semester) muss jeder min. 33% erreichen, um den Schein zu erhalten – egal, wie viel Prozent vorher schon gesammelt wurden. Dafür hat man es dann im Physikum leichter …

Die Lehre der Physiologie besteht aus einer Vorlesung mit vier Wochenstunden, deren Inhalt jeden Montagmorgen in Kleingruppen über Zoom interaktiv wiederholt wird. Darüber hinaus wird der Vorlesungsstoff mit fünf Terminen im Semester in einem Seminar zusammengefasst, in welchem Studenten Referate halten. Am Ende des Semesters findet eine Klausur statt, auf die man sich gründlich vorbereiten sollte. Die Möglichkeit die Klausur über die Montagstestate zu umgehen besteht leider nicht mehr.

Begleitend dazu gibt es ein Praktikum, in dem man an seinen Kommilitonen EKGs anlegt und Lungenvolumina misst, wobei einige Versuche aufgrund von Corona nicht durchführbar sind. Über die Inhalte gibt es eine gesonderte Praktikumsklausur, welche man nicht unterschätzen sollte, es gibt hier regelmäßig Durchfallquoten von über 50%.

Die Vorlesung der Neuroanatomie umfasst ebenfalls vier Wochenstunden. Bei sechs Seminarterminen werden zudem histologische Schnitte, anatomische Präparate und Bildgebende Verfahren besprochen. Ähnlich wie in der Biochemie müssen auch hier Arbeitsblätter auf StudOn bearbeitet werden, um die eigene Anwesenheit zu bestätigen.

Mittlerweile wurde wieder verstärkt Wert auf eine gute Lehre gelegt und die Bestehensquote konnte von ca. 60% auf über 90% angehoben werden. Für uns Studierende definitiv eine gute Entwicklung in dem abstrakten, faszinierenden Fach.

In Psychologie und Soziologie spielt man im dritten Semester verschiedene Situationen von Gesprächen zwischen Arzt und Patienten nach. Als „Arzt“ bekommt man eine beispielsweise die schwierige Aufgabe dem „Patienten“ möglichst professionell mitzuteilen, dass er an Nierenkrebs erkrankt sei. Das Gespräch wird über Zoom aufgezeichnet und für zwei Wochen der jeweiligen Kleingruppe zur Verfügung gestellt. Daraufhin gilt es einen Feedbackbogen über StudOn auszufüllen, bevor die Gespräche beim letzten Termin ausführlich nachbesprochen werden.

Vergesst nicht, dass ihr den zweiten Teil eures Online-Portfolios bis zum Ende des Semesters hochgeladen, sowie die nötigen Dokumente im Original abgegeben haben müsst!

Mit der richtigen Angehensweise ist das dritte Semester gut zu meistern und eine erfrischende Abwechslung zum sturen Auswendiglernen anatomischer Strukturen im zweiten Semester.

WS 17/18 Gregor, Update SoSe21 Pacôme